Mantet 


Syn. Mantet rouge
Red Manted
Roter Mantet
Im Jahre 1928 aus Sämlingen der freiabgeblühten Sorte 'Tetofsky' in der Domin. Exp. Station in Morden (Manitoba, Kanada) selektiert und 1929 für den Handel freigegeben.
Pflückreife: Ende Juli bis Mitte August, folgernd.
Genussreife: Von der Pflücke an bis Mitte August.
Polleneigenschaften: Gut.
Standortansprüche: Für frühzeitige Reife sind sehr heisse bis warme Lagen erforderlich, doch sind dank kurzer Fruchtwachstumszeit auch weniger warme bis mässig kühle Standorte (Höhenlagen) anbauwürdig, dann jedoch mit entsprechend später Reife. Neben dem Herkunftsland Kanada wird 'Mantet' in zahlreichen Apfelgebieten Mitteleuropas (Holland, Belgien Nordfrankreich, Rheinland, Südwestdeutschland) erfolgreich angebaut. Insoweit dürften die Ansprüche an die Bodenfeuchtigkeit nicht hoch sein. Unter den wüchsigen Bedingungen von Bavendorf sind die Bäume gesund, Blüten und Holz haben sich bislang als nicht frostempfindlich erwiesen.
Baum: Der mittelstarke Wuchs führt zusammen mit den steilstehenden Gerüstästen zu hochovalen Kronen. Auffällig sind die grossen und langgezogenen Blätter sowie der dichte Blattbesatz. Bevorzugt bilden sich mittellange Triebe, welche die Mehrzahl der Fruchtstand-Orte abgeben. Diese Eigenschaft lässt 'Mantet' auch für dichte Pflanzungen geeignet erscheinen. Voraussetzung für das Heranwachsen solch blühfähiger und ausreichender Jahrestriebe sind regelmässige Schnitteingriffe. Für Mehltau und Obstbaumkrebs anfällig.
Fruchtgrösse und Form: Mittelgross bis klein; hochgebaut und unregelmässig schwach kantig, vereinzelt eingeschnürt, stielbauchig, zum Kelch hin verjüngend.
Farbe und Beschaffenheit der Schale: Gelblichgrün bis wachsartig gelb, sonnenseits orangerot geflammt bis verwaschen stumpfrot, schwach beduftet; wachsig, glänzend, keine Lentizellen; sehr druckempfindlich.
Kelch: Geschlossen bis halboffen, klein.
Kelchgrube: Eng, mitteltief bis tief, Rand feinhöckerig.
Stiel: Mittellang bis lang, dünn.
Stielgrube: Ziemlich tief, mässig weit.
Kernhaus: Gross; regelmässig geformt; Samen manchmal fehlend.
Fruchtfleisch: Gelblichweiss; feinzellig, locker, kurz, sehr saftig und knackend, später mürbe.
Geschmack: Aromatisch mit feinfruchtiger Säure, in weniger reifem Zustand mehr säuerlich.
Anbau und Markt: Das Ertragsvermögen dieser Sorte ist mässig: Die Fruchtbarkeit setzt etwas spät ein und die Ernteinenge liegt als Folge der ausgeprägten Alternanz (im Ausfalljahr meist keine Blüten) im Mittel der Jahre bei einem \Kurt, der im Vergleich zu 'ldared' (100%) höchstens 60'% erreicht. Erfahrungen lehren aber, dass durch frühzeitiges Ausdünnen und/oder durch kräftigen Schnitt unmittelbar nach der Ernte sowohl der Ertragsrythmus als auch das Ertragsniveau zu verbessern sind. Die im Aussehen und im Geschmack sehr ansprechenden Frühäpfel sind in besonderem Masse druckempfindlich und kaum lagerfähig. Dies und auch die folgernde Fruchtreife lässt 'Mantet' hauptsächlich für den Direktabsatz (kurzer Marktweg) und für den Liebhaberobstbau empfehlenswert erscheinen. Bei Oberreife tritt in der Kelchgegend glasartiger Fruchtfleischverfall ein.
Typen: Aus den Niederlanden wird von einer rotfrüchtigen Mutante namens 'Roda Maurer' berichtet. Das äussere Aussehen dieser Früchte soll deutlich verbessert sein.

Bild und Text: "Apfelsorten 1975". Robert Silbereisen, Ulmer Verlag.
Anbauflächen Schweiz: Bundesamt für Landwirtschaft; Hauptabteilung Produktion und Internationales; Sektion Spezialkulturen und Weinwirtschaft.

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